Auswandern nach Dänemark: Ein Überblick

Im Jahr 2016 sind insgesamt 1329 Deutsche nach Dänemark ausgewandert und 798 Deutsche kamen zurück [Quelle: Destatis – Statistisches Bundesamt]. Damit bildeten die Deutschen die größte Einwanderergruppe Dänemarks.

Wenn man die Auswanderer nach ihren Erfahrungen und Meinungen fragt, erhält man durchweg positive Rückmeldungen. Die Deutschen, die wir während unseres Dänemarkurlaubs fragten, bereuten lediglich, dass sie nicht schon viel früher ausgewandert sind. Das Leben in Dänemark soll sehr viel entspannter und zufriedenstellender sein, als es das in Deutschland ist.

Man muss jedoch auch für das Wetter gemacht sein, denn in Dänemark ist es fast immer windig, oft regnerisch und schnell wechselhaft. Wir stellten jedoch fest, dass der Wind an der Ostküste etwas weniger stark ist, als an der Westküste. Vielleicht hatten wir auch einfach nur Glück.

Dänemark – ein Überblick

Das Wetter ist in Dänemark insgesamt sehr ausgeglichen. Die Winter sind aufgrund des Einflusses des Golfstroms eher mild und auch die Sommer werden nicht allzu warm. (Mal sehen, wie sich das bei dem Klimawandel noch ändert …)

Dänemark hat eine verhältnismäßig flache Landschaft. Insbesondere in westlichen Gegenden kann man gefühlt unendlich weit blicken – das kennen wir so aus Deutschland gar nicht. Dennoch mussten wir auch feststellen, dass die schöne Natur Dänemarks vielerorts durch Landwirtschaft und unzählige Monokulturen sehr monoton und langweilig wird, was uns persönlich dazu veranlassen würde, wenn, an Küstenregionen zu ziehen.

Auch die Anbindung an „das Leben“ ist im Landesinneren häufig eher schwierig – die meisten Menschen leben in Küstenregionen.

Auf eine Landesfläche von ungefähr 43.000 km² kommen nur etwa 5,6 Millionen Einwohner, was zu einer Bevölkerungsdichte von etwa 130 Einwohnern pro km² führt. Im Vergleich: Deutschland hat etwa 100 Einwohner pro km² mehr!

Obwohl Dänemark zur EU gehört, hat das Land seine eigene Währung behalten. In Dänemark zahlt man mit der dänischen Krone (DKK), wobei 1 € momentan 7,45 DKK entspricht. In einigen Geschäften kann man aber dennoch problemlos mit Euro zahlen.
Das Zahlen mit Karte ist in Dänemark geläufiger, als in Deutschland. An manchen Orten kann man gar nicht mehr mit Bargeld zahlen, wie zum Beispiel an Parkautomaten oder an Tankstellen, an denen es kein Tankwarthäuschen mehr gibt. Ich habe jedoch gelesen, dass das Zahlen mit Kreditkarte eher weniger geläufig sein soll, als in Deutschland.

In Dänemark spricht man – wer hätte es gedacht – Dänisch. Diese Sprache ist dem Norwegischen und dem Schwedischen sehr ähnlich. Nicht umsonst sagt man, dass man sich mit einer der drei Sprachen in allen drei Ländern zurechtfinden kann.
Doch auch ohne Dänischkenntnisse kommt man mit Deutsch- und Englischkenntnissen relativ gut zurecht, denn zum Einen lassen sich einige Worte einfach in eine der zwei Sprachen ableiten, zum Anderen sprechen die meisten Dänen fließend Englisch oder sogar Deutsch. In der Folkeskole (die Volksschule von 6 bis 16 Jahren) haben die dänischen Schüler nämlich in der Regel die Möglichkeit, zwischen Französisch und Deutsch zu wählen.
Dennoch sollte einen das als potentiellen Auswanderer nicht davon abhalten, die Sprache zu lernen. Ich finde, dass das einer der wichtigsten Schritte ist, wenn man sich in der neuen Wahlheimat entsprechend integrieren möchte.

Dänemarks Staatsform ist die konstitutionelle Monarchie. Das bedeutet, dass es in Dänemark nach wie vor eine Königsfamilie gibt, die ihre Wurzeln vor über 1000 Jahren hat. Heutzutage nimmt die Königin jedoch eher eine repräsentative Rolle ein und wird durch eine Verfassung in ihrer Macht eingeschränkt. Volksentscheide werden demokratisch durchgeführt.

Natürlich läuft auch das alltägliche Leben in Dänemark etwas anders ab, als in Deutschland, wenngleich sich unsere Kulturen nicht sooo sehr unterscheiden. Die Mülltrennung zum Beispiel scheint hier in manchen Kommunen nicht so streng angesehen zu werden. Da es sich von Kommune zu Kommune unterscheidet, kann ich lediglich sagen, dass vielerorts Sammelstellen für Papier, Glas und Sondermüll ist und zuhause lediglich der Restmüll über die private Mülltonne entsorgt wird.

Das dänische Schulsystem unterscheidet sich ebenfalls vom deutschen.
In Dänemark herrscht keine Schul-, sondern eine Unterrichtspflicht. Das heißt, dass Kinder zwar unterrichtet werden müssen, es aber den Familien obliegt, ob die Kinder in Folkeskolen, in Privatschulen oder zuhause unterrichtet werden. Die kostenlose Folkeskole wird vom Großteil der dänischen Kinder besucht (über 80%) und geht vom 6. bis zum 16. Lebensjahr. Die erste und einzige Prüfung ist die Abschlussprüfung am Ende der Folkeskole. Danach kann ein Gymnasium besucht werden, um anschließend zu studieren. Oder man absolviert eine Ausbildung. Übrigens: nur circa 1% der dänischen Kinder werden zuhause unterrichtet.

Dänemark wird als eines der hundefreundlichsten Länder Europas angesehen. In den letzten Jahren wurde dieser Ruf stark durch das umstrittene Hundegesetz beschädigt. Ich möchte an dieser Stelle nicht näher darauf eingehen, sondern verweise auf diese Internetseite: KLICK. Falls es dich darüberhinaus interessiert, findest Du im Internet unzählige Informationen über das Gesetz.
Wichtig ist, dass Listenhunde in Dänemark gänzlich verboten sind. Sowohl die Einfuhr, als auch die Zucht mit ihnen oder mit Kreuzungen. Eine Ausnahme bilden Listenhunde, die bereits vor dem Jahre 2010 angeschafft wurden (hier ist man jedoch als Halter in der Nachweispflicht).
Eine Hundesteuer gibt es in Dänemark übrigens nicht. Jedoch muss man eine Haftpflichtversichung für seine Vierbeiner abschließen.
In Dänemark herrscht darüber hinaus eine ganzjährige Leinenpflicht in Wäldern; am Strand muss die Leine von April bis Ende September am Hund bleiben. Auf offenen Feldern, in den Dünen und anderswo, scheint es keine gesetzliche Leinenpflicht zu geben – zumindest konnte ich dazu keinerlei Informationen finden.

Auswandern nach Dänemark

Möchte man als EU-Einwohner nach Dänemark auswandern, sollte man die Aufenthaltsgenehmigung von drei Monaten beachten. Jeder EU-Bürger hat erst einmal die Erlaubnis, für drei Monate im Land zu bleiben. Meldet man sich im Amt als Arbeitssuchend, kann diese Zeit auf sechs Monate erweitert werden. Sollte man bis dahin keinen Job gefunden haben, muss man das Land wieder verlassen oder nachweisen, dass man aus anderen Quellen den Lebensunterhalt aufwenden kann.
Sobald man einen Job hat, kann problemlos eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung erteilt werden. Nach neun Jahren Aufenthalt kann eine dänische Staatsbürgerschaft erworben werden.

Wenn man sich in Dänemark meldet, erhält man eine CPR-Nummer. Diese benötigt man für viele Tätigkeiten, wie Jobsuche, Konto-Eröffnung usw. Sie ist vergleichbar mit dem deutschen Personalausweis. Sobald man eine CPR-Nummer erhalten hat, ist man automatisch in der staatlichen Krankenversicherung gelistet. Man kann auch eine private Versicherung abschließen, wenn man die Wartezeiten in Krankenhäusern umgehen möchte.

Anders als in Deutschland, ist die dänische Rente nicht abhängig vom früheren Gehalt, sondern wird ausgezahlt, sobald man eine bestimmte Zeit im Land gewohnt hat. Die Rente ist zunächst in Höhe einer Grundrente, die durch eine Tätigkeit im Umfang von 9 Wochenstunden und mehr aufgestockt werden kann. Dann zahlt der Arbeitgeber 2/3, und Du selber 1/3 eines Beitrages monatlich in eine Kasse, die dann die Rente entsprechend aufstockt.

Das Importieren von eigenen Autos ist nach Dänemark leider sehr teuer. Selbst, wenn der eigene Wagen schon lange abbezahlt ist, kommt man oftmals nicht drum herum, bei der Einfuhr nach Dänemark gut und gerne noch einmal den halben Neupreis zu zahlen. Ob das berechtigt ist oder nicht, sei nun mal dahingestellt. Leider führt kein Weg dran vorbei. Als Wohnmobil angemeldete Autos bekommen Vergünstigungen, sind aber ebenfalls teuer. Wie teuer genau das eigene Auto ist, kann man sich online ausrechnen lassen oder beim dänischen SKAT gegen 500 Kronen berechnen lassen.
Aufgrund des teuren Preises verkaufen viele Auswanderer ihren Wagen in Deutschland und kaufen sich in Dänemark einen neuen. Wichtig zu beachten ist hierbei jedoch, dass Autos allgemein in Dänemark eine ganze Ecke teurer sind, als in Deutschland. Es lohnt sich also, das ganz genau zu berechnen und zu überlegen, was in der eigenen Situation das Beste ist. Vielleicht ist es sogar letztlich egal, weil es sich nicht groß unterscheidet.

Dänemark sucht seit der Finanzkrise händeringend nach Fachkräften. Insbesondere im medizinischen, aber auch im handwerklichen Bereich wird daher gerne auf qualifizierte Arbeitskräfte aus dem Ausland gebaut. Aus diesem Grund wird einem die Einwanderung nach Dänemark vom Staat verhältnismäßig leicht gemacht.
Es ist zum Beispiel normal, dass jeder Einwanderer einen Dänisch-Crashkurs besuchen muss, um die Sprache zu lernen um damit schneller auf dem Arbeitsmarkt verfügbar zu sein.

Die Gehälter sind in der Regel höher, als in Deutschland. Lebenshaltungskosten wie Miete, Kita, Müllentsorgung und Co. sind dabei jedoch vergleichbar mit den deutschen Kosten. Lediglich die Kosten für Lebensmittel sind höher, als in Deutschland.
Das führt insgesamt dazu, dass man in Dänemark eine höhere finanzielle Freiheit besitzt, als in Deutschland, was wiederum zu einer besseren Lebensqualität führt.

Unser Fazit

Dänemark scheint ein sehr interessantes Auswanderungsziel zu sein. Die hohe Lebensqualität und die typisch skandinavische Gelassenheit sind schon sehr einladend und durchaus Punkte, die unserer Meinung nach in Deutschland zu kurz kommen.

Uns ist aufgefallen, dass Dänemark, obwohl es so dünn besiedelt ist, gut ausgebaut ist. Man kommt über die Schnellstraßen und Autobahnen problemlos von einem Ende des Landes an das andere und auch Internet- und Telefonnetz sind sehr gut ausgebaut. Im Gegensatz zu Deutschland ist es hier durchaus üblich, in Shopping-Centern, im Supermarkt und an anderen öffentlichen Plätzen, Zugang zu frei verfügbarem WLAN zu erhalten.

Wir haben unsere kurze Zeit in Dänemark sehr genossen und sind uns doch schnell darüber einig gewesen, dass Dänemark nicht unsere Wahlheimat ist. Das liegt an verschiedenen Punkten, die wir nicht einmal unbedingt in Worte fassen können; letztlich ist der allerwichtigste wohl aber das Bauchgefühl.

Wir sind uns sehr sicher, dass man ein wunderbares Leben in Dänemark führen kann, denn sowohl das Wetter (wenn man es, wie wir, etwas rauer mag), als auch die Lebensqualität locken. Für uns persönlich steht Dänemark ganz hoch im Kurs als Traum-Urlaubsziel, wohl aber nicht als Traum-Wahlheimat. Wir suchen dann doch irgendwie ein bisschen mehr nach atemberaubender, sprachlosmachender Landschaft, direkt vor unserem Wohnzimmerfenster. 😉

Ha det fint!
Alina. ♥

[PS: Ich garantiere nicht für die Korrektheit der Informationen. Ich habe alles nach bestem Wissen und Gewissen im Internet recherchiert oder von Gesprächen mit Auswanderern erfahren.]

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