Osterøy – eine Insel im Inland

Osterøy (sprich: uster_öy; IPA: [ˈ​uː​stɛr​ˌ​œɪ] … ohne Gewähr 😉 ) ist Norwegens größte Inlandsinsel. Eine Insel, die rundum vom Festland oder anderen Inseln umgeben ist, also mit keiner Seite an das offene Meer grenzt. Stattdessen wird die Insel von drei Seiten von Sørfjord und Osterfjord eingegrenzt.

Ein paar Eckdaten: Die Insel Osterøy hat eine Größe von etwa 329 km². Davon gehören etwa 253 km² zur Kommune Osterøy; der Rest gehört zur Nachbarkommune Vaksdal. Auf Osterøy leben derzeit etwa 7900 Menschen. (Quelle)

Osterøy lockt meiner Meinung nach mit vielem: Die Insel liegt direkt nördlich der Stadt Bergen. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Auto kann man innerhalb einer halben Stunde bis Stunde im Stadtzentrum sein. Durch diese Nähe zur zweitgrößten Stadt Norwegens hat man eigentlich die Möglichkeit, alles zu bekommen, was man irgendwie benötigt. Größere und kleinere Einkaufszentren sind also jederzeit erreichbar.

Die „Ole Bull“ pendelt im Halbstundentakt zwischen Valestrand und Breistein

Trotz dieser Nähe zu einer Großstadt ist Osterøy vor allem eines: ruhig. Es ist unglaublich, wie viel Landschaft, auf die wenigen Menschen hier kommt. Circa 30 Menschen leben auf einem Quadratkilometer. Das kann man sich jetzt nicht wirklich bildlich vorstellen, daher ein paar Zahlen aus Deutschland: in Berlin kommen circa 4000 Menschen auf den Quadratkilometer. In unserer Heimatstadt Herford sind es immerhin 800.

Natürlich leben diese Menschen hier in Städten und nicht überall verteilt. Zu diesen Städten zählen zum Beispiel Valestrand mit 1100 Einwohnern, Lonevåg  mit 1000 Einwohnern und dem Gemeindesitz der Kommune, Haus mit 600 Einwohnern und Hamre mit 200 Einwohnern.

Jede dieser Städte hat so ihre Vor- und Nachteile. Was mich begeistert ist die Tatsache, dass es in jeder Stadt, und sei sie noch so klein, wenigstens eine Grundschule gibt. In Valestrand z.B. gibt es sogar gleich zwei Schulen und selbst Hamre, mit seinen 200 Einwohnern, hat eine Schule vorzuweisen. Das heißt: egal wie „abgeschieden“ man hier leben mag: Wenn man Kinder hat, gibt es immer irgendwie die Möglichkeit, dass sie zur Schule gehen können, ohne vorher stundenlang anreisen zu müssen. Und wenn man als Kind eine Schule besucht, in der nur eine Handvoll andere Kinder sind, bietet das enorme Vorteile für ein individuell angepasstes Lernen!

Die Kirche in Hamre – vermutlich aus dem 16. Jahrhundert

Dadurch, dass Osterøy nicht direkt an das offene Meer grenzt, sondern von hohen Bergen abgeschirmt wird, kommt hier auch so gut wie kein Wind an (stürmisches Wetter mal ausgenommen). Und über zu wenig Schnee konnte ich mich hier auch nicht beschweren. Stattdessen ist der Schnee auch über Wochen und trotz Plusgraden liegengeblieben, da der Steinboden die Kälte speichert und so ein Abschmelzen kaum zulässt. Für Schnee-Fans, die es aber nicht zu kalt haben wollen, das perfekte Klima.

Durch die umfangreiche Natur kommen hier vor allem Naturliebhaber voll auf ihre Kosten: ohne Probleme kann man stundenlang wandern oder einen Berg besteigen. Der höchste Berg, der Høgafjellet, hat eine Höhe von 868 Metern!

Im Hintergrund sieht man den höchsten Berg auf Osterøy: den Høgafjellet

Durch die Fähre in Valestrand oder über die Osterøy-Brücke im Osten kann man auch mit dem Auto problemlos die Insel verlassen. Nur am Wochenende wird es hier ohne Auto etwas schwierig – denn dann fahren die Busse nur noch seeeehr spärlich. Sofern man aber in Valestrand wohnt und problemlos zur Fähre kommen kann, ist auch das gar nicht so schlimm, denn die Busse in Bergen fahren trotzdem.

Ich muss gestehen … durch meine Zeit auf Osterøy habe ich mich wirklich in dieses Fleckchen Erde verliebt. Für mich ein wunderbarer Ort zum leben, Familie gründen und alt werden. Ich bin gespannt, ob und wenn ja wann uns unser Weg vielleicht noch einmal hierher führt.

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Warst du auch schon einmal auf Osterøy? Wie hat es dir dort gefallen?
Hab es fein,
Alina ♥

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