Kleine, aber feine Unterschiede … Norwegen vs. Deutschland – Teil 2

Weiter geht es mit den kleinen, aber feinen Unterschieden zwischen Norwegen und Deutschland … Welche Unterschiede sind mir noch so aufgefallen?
(Hier entlang, um zu Teil 1 zu gelangen.)

 

Eine rote Ampel hält die wenigsten Fußgänger auf.

Traurig, aber wahr. Vielleicht liegt das daran, dass es in Norwegen kein Gesetz gibt, das einem als Fußgänger verbietet, über rot zu gehen. Ergo gibt es keine Strafe, solltest du einmal dabei erwischt werden. Und darum sieht es in etwa 95% der Fälle einer roten Fußgängerampel folgendermaßen aus: Die Menschen warten, bis kein Auto mehr kommt und gehen einfach über die Straße. Ich habe mich zu Beginn, typisch Deutsch, strikt an die Ampel gehalten und war nicht selten die einzige Person, die stehen blieb. 😉 … Mittlerweile, muss ich gestehen, gehe ich auch einfach rüber. Aber pssst! Das behalte ich natürlich nicht bei, wenn ich wieder zuhause bin.

 

Wenn der Bus kommt, steigst du einfach ein. Ticket zeigen brauchst du nicht.

Okay, also das ist etwas, das ich ehrlich gesagt noch nicht so ganz durchblicke. Man steigt einfach in den Bus ein. Manche gehen extra vorne rein, weil sie sich ein Ticket kaufen müssen, doch die meisten steigen einfach ein – egal ob hinten oder vorne – und zeigen kein Ticket. Ich glaube nicht einmal, dass die Menschen deshalb kein Ticket besitzen und schwarz fahren – es wird einem einfach sehr viel mehr Vertrauen entgegen gebracht. Zu Beginn habe ich jedem Busfahrer mein Monatsticket gezeigt. Mittlerweile steige ich ebenfalls einfach ein und sage nett „Hei hei“. Ich schätze, dass ab und an Beamte einsteigen und kontrollieren, ob jeder ein Ticket hat. Und wenn man dann keines vorzeigen kann, dann hat man ein Problem: denn die Strafe für Schwarzfahren liegt für Erwachsene bei circa 100 Euro! Eine ordentliche Summe. (Quelle)

Übrigens: im ersten Teil berichtete ich davon, dass man sich in den Bussen anschnallt. Tatsächlich wurde ich mittlerweile sogar kontrolliert. An einer Haltestelle stiegen zwei Beamte ein, die kontrollierten, dass alle Passagiere angeschnallt sind. Strafen wurden zwar nicht verhängt, für die, die nicht angeschnallt waren, (meine Sitznachbarin war nämlich eine davon) aber ich denke, dass das wohl tagesformabhängig ist und durchaus auch anders ausgehen kann. Nach Tickets wurde allerdings nicht gefragt … seltsam.

 

Geheizt wird grundsätzlich mit Strom.

Mit Sicherheit gibt es in einigen wenigen Häusern auch Gasheizungen – aber vermutlich eher in größeren Städten. Im Normalfall hängen kleine elektrische Heizungen an den Wänden, von denen ein Kabel in die nächste Steckdose führt. Geheizt wird also mit Strom. Eigentlich ist das auch ganz logisch: Norwegen hat unendlich viel Wasser und produziert damit unglaublich viel „grünen Strom“. Der Strom ist in Norwegen nämlich gar nicht so teuer und so zahlt es sich aus, mit Elektroheizungen zu heizen. Natürlich gibt es auch immens viele Holzöfen, die andauernd feuern – denn auch Holz gibt es im hohen Norden wie „Sand am Meer“. 😉

Ich frage mich allerdings tatsächlich, wie das heiße Wasser aus der Leitung kommt … vermutlich hat mein Vermieter irgendwo einen Warmwasserspeicher, der mit Strom erhitzt wird… aber sicher bin ich mir nicht.

 

Nach 16 Uhr ist Familienzeit.

Hach, das ist eine Eigenschaft, die ich sehr begrüße. 🙂
Nach 16 Uhr findet i.d.R. nichts mehr statt. Der „normale“ Bürojob endet spätestens jetzt, in der Universität findet keine Veranstaltung mehr statt, die Busse fahren seltener. Familie wird in Norwegen sehr groß geschrieben. Und so ist es absolut normal, dass nach 16 Uhr Zeit für die Familie fest eingeplant wird. Gerade im Winter, wenn die Tage sehr kurz sind, ist es vermutlich schön, früh bei seiner Familie sein zu können.

 

Ein Auto hat sein Leben lang das selbe KFZ-Kennzeichen.

Ööööhm … ja. Das ist tatsächlich mal so ganz anders, als bei uns. In Norwegen gehört tatsächlich zu jedem gemeldeten Auto ein Kennzeichen. Und das bleibt dann für immer. Die Kennzeichen sind dabei abhängig davon, in welchem Gebiet das Auto das erste Mal gemeldet wurde. Und wenn dieses Auto den Besitzer wechselt und vielleicht sogar ans andere Ende des Landes zieht, behält es dennoch das Kennzeichen. In Bergen gibt es standardmäßig die Kennzeichen SN, SP, SR, ST, SU und SV. Trotzdem machen diese Kennzeichen eher einen geringeren Anteil aus (wenn auch wahrscheinlich zumindest verhältnismäßig den größten). Es gibt auch unzählige andere Kennzeichen, wie z.B. AS oder BT. Nach den Buchstaben folgen keine weiteren Buchstaben, sondern nur noch Zahlen. 🙂

Gegen Geld kann man das Kennzeichen auch an die eigene Stadt anpassen lassen. Da man es aber abgesehen davon nicht personifizieren kann, würde ich das als recht unsinnig betrachten, aber das muss wohl jeder für sich entscheiden.

So viel also erst einmal von der Unterschiede-Front. Ich finde bestimmt noch mehr. 😉
Bis dahin: Ha det fint!
Alina ♥

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