Zweithund – Eine gute Idee?

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Im März gab es eine MiDoggy-Parade, bei der alle Blogger dazu aufgerufen waren, zu einem bestimmten Thema zu bloggen. Da mir das Thema sehr gut gefällt, greife ich es heute auf und blogge zum Thema:

„Der Zweithund – Eine gute Idee?“

Yari kam als Zweithund zu uns, als Yumo etwa 15 Monate alt war. Heute möchte ich Dir gerne berichten, ob ich das im Nachhinein für eine gute oder schlechte Idee halte.


Bereits als Yumo gerade ins Junghundealter kam, kristallisierte sich heraus, dass wir gerne noch einen zweiten Hund haben wollten. Es sollte unbedingt wieder ein Aussie werden, aber dieses Mal bevorzugten wir eine vernünftige Arbeitslinienzucht, da ich mich nach Yumos Einzug intensiver mit der Materie befasst hatte und für mich so nichts anderes mehr in Betracht kam. So kamen wir letztlich auch zu Yaris Züchterin.

Ich gehöre definitiv zu den Menschen, die, wenn sie sich einmal etwas in den Kopf gesetzt haben, erst dann Ruhe geben, wenn sie ihr Ziel erreicht haben – oder irgendwann sehr schlecht gelaunt einsehen, dass sie falsch lagen. 😉

So – oder so ähnlich – war es dann auch beim Zweithund: Ich wollte unbedingt einen zweiten Hund und das am besten schon gestern.

Und so begaben wir uns schon im Dezember 2015 auf Züchtersuche, als Yumo gerade 7 Monate alt war.

Dass es dann mit Yari so schnell klappte, war eher ein Zufall. Ich meldete mich bei mehreren Züchtern mit dem Wunsch, einen Welpen in etwa einem Jahr aufnehmen zu wollen. Doch schon im Frühjahr 2016 erwartete Yaris Züchterin Welpen von unserer absoluten Traumhündin. Wie hätten wir da nein sagen können?

Und so zog der Flauschepups im Sommer 2016 hier ein.

Yumo war zu dem Zeitpunkt dann etwa 15 Monate alt, also selber gerade mitten in der Pubertät. Außerdem hatte er eine Prostatahyperplasie, die seinen Hormonhaushalt mächtig durcheinander brachte, wodurch es Phasen gab, in denen Spaziergänge mit ihm alles andere als schön waren. Ich glaube, wir hatten sie erst kurz bevor Yari einziehen durfte, diagnostiziert und haben es vorübergehend mit einem Kastrations-Chip versucht zu behandeln. Das heißt, dass er zu dem Zeitpunkt auf dem Weg der Besserung war und auch im Kopf freier wurde, als Yari einzog.

Einige haben uns für sehr mutig, andere einfach nur für dumm gehalten, dass wir einen Welpen zu einem so jungen Hund holen –

„die tanzen euch noch ganz schön auf der Nase rum, wartet mal ab!“

Aber so kam es zum Glück nicht.

Yari war ein wunderbarer, sehr braver und leicht zu erziehender Welpe und Junghund. Seine rotzfreche Art kam erst mit der Pubertät. 😉

Yumo hat Yari sofort ganz wunderbar in unser kleines Rudel aufgenommen, toll mit ihm gespielt und geholfen, ihn groß zu ziehen. Es ist so witzig zu beobachten, was Yari sich im Laufe der Zeit alles von Yumo abgeguckt hat. Vor allem, weil es die Kleinigkeiten sind, die er übernommen hat. ♥

  • Yumo überschlägt seine Vorderpfoten, wenn er sich hinlegt … macht Yari mittlerweile auch
  • Yumo atmet vorm Dösen einmal tiiiiiief ein und kräftig aus. Danach schmatzt er einige Sekunden ganz genüsslich … macht Yari mittlerweile auch
  • Yumo begrüßt uns immer mit etwas im Mund: Ein Kissen, ein Spielzeug, zur Not tuts auch die Hand von uns, wenn er nichts finden kann … macht Yari mittlerweile auch

Vom Charakter her sind die beiden aber grundlegend verschieden. Yumo liebt alles und jeden, Yari muss erst auftauen. Yumo findet viele Dinge gruselig (Mülltonnen, Fahrräder, Mofas, LKWs, …) Yari ist da viel souveräner. Die Liste ist noch viel länger, aber darum soll es hier ja gar nicht gehen.


Viel mehr bleibt die Frage:

„War es jetzt eine gute Idee oder nicht?“

Ich liebe sowohl Yumo, als auch Yari über alles und würde keinen der beiden missen wollen. Demnach war es für uns also absolut die richtige Entscheidung.

Wir hatten die Zeit, das Geld und die Möglichkeiten, einen zweiten Hund aufzunehmen. Uns war jedoch bewusst, dass es nicht nur leicht werden wird. Und natürlich gibt es Phasen und Momente im Leben, in denen man mit nur einem Hund besser klar kommen würde – ein zweiter Hund schränkt einen auch entsprechend mehr ein, als nur einer – aber das sind Dinge, die uns ja vorher schon bewusst waren. … Zumindest in der Theorie.

Ich finde es toll, dass die beiden immer einen Spielpartner haben, sich raufen und toben können und auch mal einen langweiligen Tag, an dem nichts besonderes passiert, ganz problemlos überstehen – schließlich haben sie einander.

Ich muss allerdings auch gestehen, dass hier wohl nach den beiden, oder, was hoffentlich noch ganz lang auf sich warten lässt, wenn einer der beiden mal nicht mehr ist, kein zweiter Hund einzieht, sondern wir danach wahrscheinlich (aus heutiger Sicht) eher nur noch „Einhundhalter“ sein werden.

Wir haben in den zwei-einhalb Jahren mit zwei Hunden festgestellt, dass es zwar super schön ist, einen aber doch noch eine ganze Ecke mehr im Alltag einschränkt, als nur ein Hund – zumindest, wenn man den Hund am liebsten überall mit hinnehmen würde. Bei einem Hund geht das in der Regel problemlos; bei zwei entscheiden wir uns schnell eher dafür, sie zuhause zu lassen.
Ich empfinde es anderen Menschen gegenüber auch als unhöflich, wenn ich mit mehreren Hunden dort antanze; außer sie sind ausdrücklich erwünscht. 😉
Und wenn wir mal einen hundefreien Ausflug machen wollen, müssen wir jemanden an der Hand haben, der sich bereit erklärt BEIDE für die Zeit aufzunehmen. Zum Glück haben wir Martins Bruder und seine Frau, die die beiden liebend gerne aufnehmen, aber die haben natürlich auch nicht immer Zeit.

Also – mal sehen. Ich konnte mir ehrlich gesagt vor Yaris Einzug gar nicht so richtig vorstellen, dass es nicht die perfekte Idee wäre, mehrere Hunde zu halten. Wie man so schön sagt: hinterher ist man immer schlauer. Und auch wenn es uns mit Sicherheit mehr einschränkt, so würden wir dennoch für nichts auf der Welt einen der zwei hergeben. Sie bereichern unseren Alltag um ein Vielfaches. ♥ Es wird lediglich unsere zukünftigen Überlegungen beeinflussen.

Wie siehst Du das? Hast Du einen oder mehrere Hunde? Ist noch ein weiterer geplant oder bleibt alles so, wie es ist?
Ich freue mich über Kommentare! 🙂

Liebe Grüße,
Deine Alina ♥

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2 Kommentare

  1. Guten Morgen Alina,
    Deine Worte sprechen mir aus dem Herzen,
    in meiner lebenslangen Hundeerfahrung hatte ich genau wie Du, mir den Wunsch erfüllt, zu einem Zweithund.
    Es war eine wunderschöne Zeit, vor allem, weil man die Beiden beobachten konnte, wie sie miteinander umgingen…es klappte sehr gut, trotzdem es zwei Rüden waren, unterschiedlicher Rasse, beide jeweils schon mit 8 bzw. 10 Monate übernommen, weil sie vom Vorbesitzer aus diversen Gründen abgegeben werden mussten.
    Das ist schon mal eine HausNr, weil man bei einem erwachsenen Hund anfangen musste, zu erziehen…Nein, nicht dass Du glaubst, dass wir hier stabsoffiziersähnliche Verhältnisse hatten.
    Es fehlte einfach an Grundkenntnisse in der Familie gemeinsam in einem Haus zu leben. Das merkt man dann, wenn ein ausgewachsener Golden Retriever über Tisch und Bänke geht, und sonst auch die Ohren auf Durchzug stellt. Aber, meine Familie und ich, haben’s gut hingekriegt.
    Zwei Jahre später nahmen wir den nächsten Jungspund dazu. Eine 8 Monate alte Bordeaux-Dogge. Es war eine wunderschöne Zeit mit den Beiden, aber mir ging es oft wie Dir. Wir mussten sie doch schon mal zu
    Hause lassen, weil es schwieriger war, zwei so Riesen irgendwo mit hin zu nehmen, bei Einem war es vorher kein Problem.

    Liebe Grüsse
    Conny

    • Liebe Conny,

      wow, ich stelle es mir sehr schwierig vor, zwei „ältere“ Hunde zu erziehen, die vielleicht schon bei Vorbesitzern falsch erzogen wurden, bzw. keine Grenzen kennen lernten. Das würde ich mir momentan noch nicht zutrauen. Vor allem in den ersten Monaten kann man so vieles falsch machen.
      Zum Glück haben uns unsere Jungs unsere Fehler verziehen und wir konnten vieles, was wir falsch gemacht haben, mit der Zeit wieder „ausbügeln“. 🙂
      Aber zwei gucken sich eben auch gerne den Mist des anderen ab. 😉

      Liebe Grüße
      Alina

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